Was sind sogenannte „Errata“?

Ziel der Forschungsarbeit eines Biologen ist stets die Publikation. Es ist dem Wissenschaftler dabei angeraten, in Journals zu publizieren, die ein ordentliches und hochwertiges Begutachtungsverfahren durchführen. Auf diese Weise ist sicher gestellt, dass die Arbeit auch tatsächlich zeitgemäßen wissenschaftlichen Standards entspricht.

Dennoch kann es auch in hochrangigen Journals geschehen, dass Fehler sowohl durch die Autoren wie auch durch die Gutachter übersehen werden. Selbst der Editor , der das Manuskript zuletzt auf die Eignung zur Publikation hin erneut überprüft, bemerkt nicht jede inhaltliche Unkorrektheit, jeden Druckfehler oder jede falsche Bildunterschrift.

Eine Publikation ist im Nachhinein jedoch nicht rückgängig zu machen. Auch Korrekturen können in der Regel nachträglich nicht mehr eingefügt werden. Sollten also Fehler nach Erscheinen der Publikation ins Auge springen, ist zu erwägen, ob der Leser diese leicht als Fehler erkennen kann oder ob ein sogenanntes Erratum (Lat. von errare = sich irren) notwendig ist, um Missverständnisse bei künftigen Lesern zu verhindern

Es handelt sich dabei um eine winzige eigenständige Publikation in derselben Zeitschrift, die in möglichst sehr knapper Form die Fehler benennt und korrigiert. Der Autor kann dann nur hoffen, dass Leser seiner Arbeit das zugehörige Erratum, das häufig erst in einer späteren Ausgabe des Journals erscheint, auch tatsächlich entdecken.

Korrekturwürdig ist beispielsweise auch, wenn ein Zoologe, der dabei ist, eine neue Tierart zu beschreiben, zu unvorsichtig ist, vor Erscheinen seiner Artbeschreibung Tiermaterial an Kollegen herauszugeben. In seltenen Fällen kann es so geschehen, dass der betreffende Kollege das Material in seine aktuelle Forschung mit einbezieht und seine Ergebnisse publiziert, noch bevor die eigentliche Artbeschreibung durch den Entdecker der Art auf den Weg gebracht wurde.

Im schlimmsten Falle nennt der Kollege in seiner vorgegriffenen Publikation einen Artnamen für das Tier. Er könnte somit unter Umständen zum offiziellen Erstbeschreiber werden. Im harmloseren Falle wird die Art als neu oder unbekannt (Gattung + n. sp. oder Gattung + sp.)angegeben. Jedoch ist es für spätere Leser beider Publikationen dann trotzdem eventuell nicht ersichtlich, dass die zuerst publizierten Forschungsergebnisse sich auf die erst danach publizierte neue Tierart beziehen.

In einem solchen Falle kann ein Erratum, um wissenschaftliche Zusammenhänge klarzustellen, angeraten sein.

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