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Kategorie: Ausländerfeindlichkeit

Die AfD und Deutschlands Bildungsarmut, eine wahrlich ungute Paarung

Die AfD ist aus meiner Sicht eine Strafe für Deutschland. Doch Strafe wofür? Rechtspopulismus und Rechtsextremismus sind plötzlich wieder salonfähig. Mussten  sich die politisch Motivierten ganz rechts außen vor einigen Jahren mit ihrem oft menschenverachtenden Gedankengut noch verstecken, so können sie heute ganz offiziell und seriös gekleidet als Politiker auftreten. Nationalistische Irrlehren und völkisches Blabla, wie konnte das nur Einzug in ein modernes Europa finden? Als Jugendlicher hätte ich so etwas nicht einmal zu träumen gewagt. Ich glaubte allen Ernstes, in einem der modernsten und tolerantesten Länder der Welt zu leben. Doch nun ist alles anders geworden, und ich frage mich: Was ist die Ursache?

Die Regierungspolitik im Zusammenhang mit den Migrantenströmen wird häufig als Quelle des AfD-Übels benannt. Ich kann das nicht glauben und gehe sogar so weit zu behaupten, dass wir die AfD eventuell auch dann heute im Bundestag vertreten hätten, wenn kein einziger Flüchtling je seinen Fuß nach Deutschland gesetzt hätte. Die Flüchtlingskrise ist ein internationales Problem, die Erfolge der AfD jedoch halte ich für ein vorwiegend innenpolitisches Desaster. Zugrunde liegt aus meiner Sicht ein Versagen der Regierung auf einer ganz anderen Ebene, als immer behauptet wird. Eine Kombination aus zerrüttetem und inkompetentem Bildungssystem und einer zunehmenden Verarmung der Bevölkerung mündet in Wut und Verzweiflung. Hilflosigkeit und Unwissen einhergehend mit immer weiter eingeschränkten Fähigkeiten komplexer Gedankenführung öffnen extremistischen Scheinpolitikern alle Pforten.

Rechts will uns immer weiß machen, die Migranten, insbesondere die sogenannten Wirtschaftsflüchtlinge, lägen uns wie Parasiten auf der Tasche, brächten Gewalt und Unfrieden in unser Land. Gern wird bei all der diffamierenden Hetze jedoch verschwiegen, dass es auch Migranten gibt, die mehrere Sprachen fließend sprechen und in ihrem Land ein Studium absolviert oder zumindest begonnen haben. Mit all dem haben sie heutzutage doch vielen Deutschen gegenüber etwas voraus. Die Wahrheit ist nämlich, dass Deutschland Kräfte aus dem Ausland benötigt, da es den Einheimischen zunehmend an Kompetenzen mangelt, und zwar ganz konkret brauchen wir auch einige derer, die entweder in Deutschland Asyl beantragt haben oder aber hierher gekommen sind, eine Duldung ohne Asylverfahren erwirkten und einen Arbeitsplatz oder einen Ausbildungsplatz ergattern konnten.

Was nur wären die Parolen der AfD heute, wenn es keine Migrantenströme gegeben hätte? Eigentlich auch völlig egal, denn um die Inhalte geht es ja nicht wirklich. Einfach gestrickt müssen sie sein, die Parolen, etwa von der Sorte Forderungen, die manch einem ansonsten geistig durchaus regen Menschen im Vollsuff aus der Rübe purzeln können. Aus meiner Sicht gilt ganz allgemein: Mehr Bildung in Deutschland bedeutet weniger AfD!

Von Verwandten in höheren AfD-Positionen distanziere ich mich ausdrücklich.

Berlin, Juli 2018

Copyrights Stefan F. Wirth

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Warum Flüchtlinge keine Gefahr für die Sicherheit eines Landes sind

Millionen Flüchtlinge sind nach Deutschland gekommen, um hier Schutz vor Verfolgung im eigenen Land zu suchen. Ein modernes Land, das sich der Menschlichkeit verpflichtet, kann nicht anders als Menschen in Not zu unterstützen. Es gibt da kein Wenn und Aber!

Wenn ich auch an der Merkel-Regierung kaum ein gutes Haar entdecken kann, so hat sie in Form der großzügigen Aufnahme in Not geratener Menschen das getan, was im 21. Jahrhundert eine Selbstverständlichkeit sein muss.

Eine Willkommensbereitschaft mit dem Argument in Frage zu stellen, dass neben Bedürftigen auch Attentäter und so genannte Gefährder ins Land eingereist seien, ist inakzeptabel.

Schon vor Beginn der großen Migrationswelle quollen Berliner Bezirke über vor türkischen, arabischen, russischen und südamerikanischen Einwanderern, die keine Asylanträge gestellt haben. Eine Person ausländischen Hintergrundes mit deutscher Staatsbürgerschaft, aber auch eine solche mit Jahrhunderte langer Verwurzelung in Deutschland kann problemlos durch Heirat Neu-Deutsche aus anderen Herkunftsländern ins Land „importieren“, wovon auch reichlich Gebrauch gemacht wird. Für potentielle Straftäter ist dies eine von mehreren Möglichkeiten, nach Deutschland einzuwandern, auf diese Weise dann ganz unter Umgehung des erniedrigenden deutschen Asylverfahrens.

Täter, die nach Deutschland wollen, finden somit verschiedene Wege, ihr Ziel zu erreichen. Sie sind nicht darauf angewiesen, sich wochenlang unter erheblicher Gefährdung des eigenen Lebens abenteuerlichen Flüchtlingswanderungen anzuschließen.

Daher ist jede pauschale Gleichsetzung nordafrikanischer Flüchtlinge mit Terror-Tätern und Vergewaltigern nichts anderes als ein Zeichen von Inhumanität, Fremdenverachtung und schamloser Dummheit.

Es wird behauptet, auch in der vergangenen Silvesternacht habe es Ströme von Nordafrikanern gegeben, die mit unbekanntem Ziel und nicht nachvollziehbarer Motivation bei den öffentlichen Silvesterfeierlichkeiten aufgetaucht seien.

Ich besuchte die Feierlichkeiten am Berliner Brandenburger Tor, die größte Menschenansammlung der Weltmetropole. Wo sind denn nun all die abertausende deutschen Zeugen, die genauso wie ich beobachtet haben, was das wahre Ansinnen dieser Flüchtlingsgruppen gewesen ist? Ist denn diese Erkenntnis zu banal, um sie öffentlich kundzutun? Sie kamen, um feierlich das Silvester-Ereignis zu begehen, so wie jeder andere auch. Ich habe das mit eigenen Augen gesehen.

Im dem Bereich, den ich überblicken konnte, und der war groß, ist nur ein Mann dadurch aufgefallen, betrunkener Weise Frauen zu belästigen. Er war ein US-Amerikaner, und die betroffenen Frauen konnten sich seiner selbstbewusst und erfolgreich erwehren.

Schlagzeilen macht derzeit die Agenda des neuen Präsidenten der USA, Donald Trump, gegen grundsätzlich alle muslimischen Immigranten des Landes. Bedarf das wirklich einer Diskussion? Trump richtet seine Agenden gegen alle Menschlichkeit, offenbar davon ausgehend, dass nur dies geeignet sei, um Amerika wieder groß werden zu lassen. Making America great again. Unter dieser neuen Größe leidet sein eigenes Volk, Homosexuelle, Indianer, Muslime, mexikanische Arbeiter, Künstler und Intellektuelle.

 

Copyrights Stefan F. Wirth, Januar 2017

Die künftige historische Bedeutung der modernen Flüchtlingsströme nach Europa

Seit über einem Jahr berichten die Medien über ein scheinbar ganz neues und ungewöhnlich bedrohliches Phänomen: Flüchtlinge aus dem mittleren Osten, zumeist politisch Verfolgte, überschreiten in Scharen Europas Grenzen. Als illegale Einwanderer bitten sie um Asyl, ersuchen um Hilfe in der Not. Denn in ihren Herkunftsländern herrschen schwerwiegende Bürgerkriege. Terror und Tod sind an der Tagesordnung.

Also haben sich die Menschen auf die Reise in Gebiete begeben, in denen sie sich ein besseres Leben erhoffen.

 

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multikulturelles Leben in Berlin (Copyrights Stefan F. Wirth)

 

Ausländerfeindlichkeit in Deutschland

 

Deutschland war und ist ein besonders bevorzugtes Ziel dieser Flüchtlinge, denn zu Unrecht erhält sich in ihrer Heimat standhaft das Gerücht, dass Deutschland reich sei und dort daher niemand mehr Not leiden müsse. Ein Irrtum, wie zahlreiche Asylanten längst festgestellt haben. Dennoch zeigen sich viele Deutsche hilfsbereit und bemühen sich aus Kräften, die Neuankömmlinge zu unterstützen.

Ein Großteil der deutschen Bevölkerung jedoch reagiert ablehnend und feindselig. Und das ist zunächst keineswegs ein Grund für falsche Scham. Ich bin viel gereist und weiß daher, dass die meisten Länder dieser Welt nicht einmal annähernd so freundlich mit Ausländern umgehen wie es in Deutschland seit Dekaden üblich ist.

Und doch muss diese deutsche Fremdenfeindlichkeit konstruktiv hinterfragt und dann auch scharf kritisiert werden. Denn es geziemt sich für ein modernes und aufgeklärtes Land nicht, in unkontrolliertes und grundloses Wutbürgertum zu verfallen.

Für den Berichtsmonat Februar 2016 des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sind 66,127 Asyl-Erstanträge vermerkt, vorwiegend handelt es sich dabei um Flüchtlinge der oben benannten Gruppen. Selbstverständlich gibt es Dunkelziffern, manch einer reist mit gefälschten Papieren ein und stellt gleich mehrere Anträge, während andere das formelle Procedere umgehen und einfach untertauchen. Im Oktober 2015 befanden sich nach Schätzungen der FAZ insgesamt etwa 800 000 Flüchtlinge in Deutschland. Die Zahl ist bis heute natürlich drastisch gestiegen und überschreitet sicher eine Million.

Dennoch möchte ich diese hier nur vage erfasste Zahl anwesender Flüchtlinge der Einwohnerzahl Deutschlands gegenüber stellen. Ende 2015 waren nämlich immerhin 81,2 Millionen Menschen als Bundesbürger registriert. Die Wahrscheinlichkeit, dass die meisten Bundesbürger unter aktuellen Bedingungen niemals einen Flüchtling überhaupt nur zu sehen bekommen, ist daher ausgesprochen groß.

Doch warum dann diese unbestimmte Angst, die so schnell in unbändige Wut umschlagen kann? Das deutsche Finanz- und Steuerwesen wird nicht unter den Neuankömmlingen zu leiden haben. Auch ist die Unterstellung krimineller Vorsätze durch Asylanten nicht mit vernünftigen Argumenten oder klaren Indizien zu begründen.

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eingeschränkte Wahrnehmung (copyrights Stefan F. Wirth)

Es bleibt als Erklärungsansatz lediglich eine Abscheu vor Andersartigkeit, die Befürchtung, irgendetwas am althergebrachten Alltag könne sich verändern. Leider haben wir es also vorwiegend mit diffusen Emotionen zu tun, die zu Ablehnung, Brandstiftung und unsäglichen Diffamierungen führen.

Dabei könnten gebildete Asylanten-Gegner durchaus versuchen, ihren Unmut und etwaige existentielle Befürchtungen historisch zu begründen. Doch dies gibt das derzeit in Deutschland vorherrschende Bildungsniveau schlichtweg nicht her. Historische Kenntnisse reichen allenfalls bis in die Zeit des Nationalsozialismus zurück. Damals hat sich Deutschland sehr effizient gegen alles Andersartige zur Wehr gesetzt. Wie stark und durchsetzungsfähig das Land damals gewesen ist, damit befasst man sich zunehmend sehr gerne. Schon allein deswegen, weil in jenen Zeiten alles so einfach war. Ausländer und politisch Andersdenkende wurden ohne großes Wenn und Aber eliminiert, man schätzte lange Diskussionen nicht. Jeder radikalisierte Hauptschüler, der im Unterricht nie folgen konnte, darf sich heute wieder schamlos öffentlich mit dem Ideengut seiner Urgroßeltern identifizieren. Und doch werden weder die Flut der Flüchtlinge selbst noch der Hass der Deutschen auf diese Einwanderer jemals von historischer Bedeutung sein.

Die Zukunft nämlich stellt ganz andere Herausforderungen an die Menschheit. Und für eine strenge Trennung der Nationalitäten, für ethnische Diffamierungen und Gewalt bleiben dabei kein Ressourcen übrig. Religionen als Haupttriebkräfte für rohe Gewalt unter Ethnien können weltweit im öffentlichen Leben keine Toleranz mehr erfahren. Der Klimawandel, die zunehmende Knappheit an Energierohstoffen, steigende Lebenserwartungen und Umweltkatastrophen dominieren die nächsten Jahrhunderte und verlangen von künftigen Gesellschaften Vernunft, Innovation und Zusammenhalt.

 

Invasion der Goten ins Römische Reich

 

Die Einwanderung der Terwingen

 

Dass Ströme aus Migranten innerhalb Europas und Vorderasiens letztmalig bestehendes Kulturgut seiner dauerhaften Vernichtung zuführten, liegt wahrlich lange zurück.

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römische Stadt (Pompeji, copyrights Stefan F. Wirth)

In einem Sommer des Jahres 376 wird es unruhig entlang der Donau, jener natürlichen Barriere, die das zweigeteilte römische Imperium vom Land der germanischen Barbaren trennt.

Die Hunnen, eine Völkerschar aus Zentralasien, suchen Osteuropa heim. Sie überfallen Dörfer und Städte in den Ländern der Ost- und Westgoten, die sich damals entlang der nördlichen Regionen des schwarzen Meeres erstreckten. Das Reitervolk plündert, was ihm in den Weg gelangt. Und es stößt dabei auf wenig ernst zunehmende Gegenwehr seitens der betroffenen Germanen-Völker, die schlicht überrumpelt werden, wohl auch, weil ihnen eine zentrale Organisation fehlt.

Die Motivation der Hunnen, Landstriche zu überfallen, die so fern ihrer ursprünglichen Heimat liegen, ist durch die Geschichtsforschung noch nicht gut verstanden. Womöglich, so heißt es, seien die Nahrungsmittel in den asiatischen Territorien einfach knapp geworden.

Zigtausende Menschen, die verschiedenen gotischen Stämmen angehören, verlassen fluchtartig ihre Dörfer und Städte und wenden sich der Donau zu. Ziel ist es, Zuflucht innerhalb der Grenzen des mächtigen Römischen Reiches zu finden.

Das Imperium Romanum wird zu jener Zeit durch zwei Herrscher regiert: Flavius Valens (328-378) in Ostrom und Gratian (359-383) im Westen.

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Kaiser Valens

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Kaiser Gratian

Während nun das gotische Volk der Terwingen unter den beiden Herrschern Fritigern und Alaviv an der Grenze zum römischen Herrschaftsgebiet lagert, fast 100 000 Menschen, Kinder, Alte, das eigene Hab und Gut nur notdürftig verpackt, bereitet Valens gerade einen Krieg gegen die Perser an der östlichen Grenze des Reiches vor.

Daher entscheiden sich Fritigern und Alaviv zu einem Schritt, der in damaliger Zeit keineswegs als ungewöhnlich gilt. Sie entsenden einen Boten, der Valens ein Asylgesuch überbringen soll. Da das römische Asylverfahren stets eine lukrative Gegenleistung voraussetzt, ist es durchaus ein geschickter Schachzug der Terwingen, dem römischen Kaiser zugleich Soldaten zur Unterstützung seines Vorhabens gegen die Perser anzubieten. Das Unterfangen ist dann auch tatsächlich von Erfolg gekrönt. Valens gestattet die Einreise der Terwingen, die daraufhin unter der strengen Kontrolle römischer Soldaten unter geordneten Bedingungen und dennoch in Scharen über die Donau setzen.

Der Kaiser, der die Situation nördlich der Donau nicht richtig einzuschätzen vermag, ahnt zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass er gerade selbst seine Mörder ins Land eingelassen hat.

Obwohl Rom Jahrhunderte lange Erfahrungen im Umgang mit legalen Einwanderern besitzt, ist man plötzlich unvorsichtig geworden und begeht bei der Abfertigung der nun im römischen Territorium befindlichen Terwingen zahlreiche schwere Fehler. Zunächst erfolgt die Entwaffnung der Männer nur unzureichend, die Bedingungen in den Auffanglagern sind schlecht, die Menschen hungern und begehren zunehmend auf.

So ist der zuständige römische Statthalter zum schnellen Handeln gezwungen. Er muss den Einwanderern irgendwie ein Signal setzen, dass die verhassten Notunterkünfte nur ein vorübergehendes Provisorium sind. Also schickt er überstürzt einen Flüchtlingstreck auf den Weg nach Marcianopolis. Hier soll allerdings nur ein großer Teil der Terwingen ankommen, denn ein wichtiger Aspekt des römischen Asylverfahrens besteht in der Dezentralisierung der Ankömmlinge. Dennoch werden zur Sicherung des langen Trosses um die gotischen Flüchtlinge Richtung Marcianopolis, das im heutigen Bulgarien liegt, ausgerechnet jene Legionen abgezogen, deren ursprüngliche Aufgabe die Bewachung der Donau war.

In der Folge eskaliert die Situation an verschiedenen Orten mehr oder weniger gleichzeitig. Der Treck mit den beiden Herrschern Fritigern und Alaviv steht schon kurz vor Marcianopolis als sich der römische Statthalter dazu entschließt,  die beiden Goten-Führer unkompliziert beseitigen zu lassen. Der Meuchelmord an fremdländischen Autoritätspersonen  wird in Rom als probates Mittel angesehen, um die Fähigkeit von Einwanderern zur Selbstbestimmung zu verringern. Doch das Attentat wird unprofessionell ausgeführt und Fritigern überlebt, im Gegensatz zu Alaviv.

Es verwundert daher nicht, dass Fritigern sein Volk nun in einen bewaffneten Aufstand gegen die römischen Unterdrücker führt, während zur selben Zeit die Greutungen, auch ein gotisches Volk, das nie um Asyl gebeten hat, ungehindert die Donau überqueren. Und sie sind dabei keineswegs allein. Einige alanische und hunnische Truppen haben sich ihnen angeschlossen.

gotischer schildbuckel greutungen

Schildbuckel der Greutungen

Die Terwingen unter Fritigerns Kommando befreien sich indes erfolgreich aus ihren Lagern und schlagen die römische Armee erfolgreich, die sich ihnen in den Weg stellt. Von nun an ziehen sie marodierend über den gesamten südöstlichen Balkan. Dabei kommt ihnen zugute, dass Valens zur Vorbereitung seines Kriegszuges gegen die Perser weit entfernt in Antiochia weilt. Es ist daher keine Legion mehr verfügbar, die sich den entfesselten Terwingen noch in den Weg stellen kann.

In seiner Verzweiflung bittet Valens seinen Mitregenten, den weströmischen Kaiser Gratian, um Verstärkung gegen die brandschatzenden Terwingen. Und tatsächlich gelingt es mit Hilfe weströmischer Legionen, die revoltierenden Eindringlinge zur Donau zurückzudrängen, zumindest vorübergehend. Unerwartet für Rom kommt dies den Terwingen jedoch zugute. Erneut schlagen sich  Römer und revoltierende Goten in einer Schlacht, die zwar dieses mal unentschieden endet,  jedoch die Terwingen geradewegs den noch immer nahe der Donau lagernden Greutungen zuführt. Es gelingt Fritigern nun, die beiden gotischen Stämme zu einem Bündnis zu vereinen, dem sich auch einige abtrünnig gewordene Hunnen-Trupps sowie Alanen-Verbände anschließen. Das Ergebnis ist eine große wehrhafte Armee, der Rom zunächst nichts mehr entgegensetzen kann.

 

Die Schlacht bei Adrianopel 378

 

Nun sehen die beiden Machthaber des Imperiums keine andere Möglichkeit mehr, als den den Eindringlingen selbst entgegen zu marschieren. Während Gratian sich mit seinen Armeen über das Balkangebirge nähert, zieht Valens Richtung Adrianopel in der heutigen Türkei.

Hier begeht der oströmische Kaiser nun einen äußerst verhängnisvollen Fehler als er sich dazu entschließt, das nahe gelegene und übermächtige Heer der Goten ganz im Alleingang anzugreifen, ohne zuvor die Ankunft Gratians abzuwarten. In der Folge werden Valens‘ Truppen vernichtend geschlagen. Die Erde auf dem Schlachtfeld färbt sich rot vor Blut, und die Römer erleben eine Niederlage, wie es sie seit der Varusschlacht nicht mehr gegeben hat. Valens selbst stirbt vermutlich noch auf dem Schlachtfeld.

Dennoch findet das Geschehen in der Folge zu einem vergleichsweise guten Ende, im Herbst 382 nämlich gelingt es, mit Gratian einen Friedensvertrag zu schließen, der den Goten eine Aufenthaltsgenehmigung sowie Ländereien zusichert. Es ist dies ein durch die gotischen Einwanderer erzwungener Kompromiss, etwas, das es in Rom seit Jahrhunderten so nicht mehr gegeben hat.

Das Römische Reich ist angreifbar geworden. Es folgen weitere Invasionen, in deren Verlauf sogar das Herz des Imperiums, Rom, schon im ersten vorchristlichen Jahrhundert durch Tibullus als Ewige Stadt bezeichnet, mehrfach eingenommen wird. Die so genannten Völkerwanderungen haben eingesetzt. Sie sind es,  die das einst so machtvolle große Imperium in den Untergang führen werden.

Das Weströmische Reich hört bereits irgendwann im 5. Jahrhundert auf zu existieren. Ostrom besteht hingegen noch bis ins 15. Jahrhundert fort, eine Zeit, die Historiker als spätbyzantinische Epoche bezeichnen werden.

Die nicht mehr unter römischer Herrschaft stehenden Gebiete werden ab dem 5. Jahrhundert zwischen Vandalen, Westgoten (den früheren Terwingen) und Franken aufgeteilt.

 

Untergang des Reiches und mittelalterliche Finsternis

 

Obwohl der Untergang des römischen Reiches schrittweise erfolgte und nicht alleine auf die Angriffe benachbarter Völkergruppen zurückgeführt werden kann, hat die missglückte Integration von Flüchtlingen Ereignisse eingeleitet oder zumindest beschleunigt, die das zuvor unbesiegbare Rom von innen und von außen her zersetzten.

Was für Konsequenzen hat so etwas nun für ein Land?  Neue Herrscher, eine ethnische Vermischung und andere Gesetze sind natürlich Folgen, die den Lebensalltag der einheimischen Bevölkerung stark erschüttern. Doch gravierende Umstrukturierungen hat es in der Geschichte der Menschheit immer wieder gegeben. Es zeichnet den Menschen sogar seit jeher besonders aus, sich Veränderungen erfolgreich anpassen zu können. Letztlich evolvierte der Homo sapiens sogar nur dadurch zu seinem heutigen Erscheinungsbild, dass sich die Umwelt, in der frühzeitliche Hominiden lebten, ständig abwandelte.

Auch Rückschritte hinsichtlich kultureller Kompetenzen hat der Mensch immer wieder durchleben müssen. Nun eben auch in der Folge der Einfälle germanischer Völkerscharen ins Römische Imperium. Und obwohl die Existenz neuer Herrscher sowie die genetische Vermischung der Ethnien die Bevölkerung auf keinen Fall ernsthaft überfordert haben kann, katapultiert der zunehmende Verlust römischen Wissens und römischer Technologien Europa und den nahen Osten in den folgenden Jahrhunderten in ein andauerndes Zeitalter der Düsternis.

Bahnbrechende römische Errungenschaften geraten spätestens ab dem Mittelalter weitgehend in Vergessenheit. Das Straßensystem veraltet. Die Kanalisation, jenes ausgeklügelte System aus Rohren und Leitungen, das jedes römische Haus versorgt und damit hygienische Bedingungen ermöglicht hat, geht in seiner fortschrittlichen Form verloren. Das hochentwickelte Bildungssystem, das die gesamte Bevölkerung Roms quer durch alle sozialen Schichten systematisch mit Wissen versorgt hat, wird abgeschafft und durch spirituelle Dogmen ersetzt. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden vernichtet, und nicht zuletzt hat man den freien Geist und die Lebensfreude zerstört und zu Gott ungefälligen Sünden erklärt.

Erst Aufklärung und moderne Technisierung, einhergehend mit der Industrialisierung, haben wieder einen hochentwickelten Standard erschaffen, ein Niveau, das zum Teil in Grundlagen bereits den antiken Römern bekannt war.

 

Moderne Zukunftsperspektiven

 

Lässt sich also mein Beispiel einer eskalierten Flüchtlingsinvasion der Spätantike als Mahnmal dafür anführen, dass die freundliche Aufnahme von Immigranten aus anderen Kulturkreisen auch heute noch zur ernsten Bedrohung unserer modernen Zivilisation heranreifen kann?

Ich muss sagen, dass es mir im Grunde vollständig gleichgültig ist, ob sich deutsche Bürger der Zukunft durch eine vorwiegend dunkle Hautfarbe mit schwarzen Haaren auszeichnen oder nicht. Wichtig ist doch, dass wir nicht befürchten müssen, durch bedrohliche Migrationsbewegungen erneut in einen dunklen Abgrund des Unwissens und einer Diktatur der Religionen zurückversetzt zu werden. Das kann niemals mehr geschehen, denn zu sehr sind wir auf unsere intellektuellen Fähigkeiten, die Grundlage allen technologischen Fortschritts, angewiesen.

Wir würden sonst die letzten Ressourcen sinnlos verschwenden und aussterben.

Unsere Zukunft wird uns mit ganz anderen Dingen konfrontieren, die alle Völker gemeinsam unter Ausschluss des religiösen Wahns erleben werden. Der Mars wird besiedelt werden, Dinosaurier entstehen durch genetische Manipulation aus Vögeln heraus neu, und Mammuts besiedeln die Steppen Sibiriens. Humanoide Roboter werden zum Alltag gehören und Reisen ins All einen neuen Tourismus-Zweig eröffnen.

Blood Moon signiert

Reisen ins All (copyrights Stefan F. Wirth)

 

 

(Historische Quellen: divers, darunter „Geo Epoche“ Nr. 76: „Die Völkerwanderung, Germanen gegen Rom“)

 

Copyrights, März 2016: Gesamter Artikel Stefan F. Wirth, ausgenommen Fotos, die nicht explizit mit meinen Copyrights versehen sind.

 

 

 

 

 

 

 

Warum Flüchtlinge in Deutschland ein Recht auf freundliche Behandlung verdienen und durch Wirtschaftsflüchtlinge dem deutschen Steuerzahler keine dauerhafte Gefahr droht

Ich reise viel, meist aus beruflichen Gründen. Daher weiß ich, wie es sich anfühlt, Gast in einem fremden Land zu sein. Oft bin ich dauerhaft auf die Gastfreundlichkeit in anderen Kulturkreisen angewiesen und mache die Erfahrung, dass mir diese auch stets freundlich entgegen gebracht wird.

Selbstverständlich kann dies nur erwarten, wer die Bereitschaft besitzt, sich den Gegebenheiten anzupassen. Dies jedoch wird den Flüchtlingen, die Deutschland derzeit in großer Zahl erreichen, von vielen pauschal abgesprochen. Es gibt zwar keine Fakten, die diese Vorurteile fremdenfeindlicher deutscher Bürger zu begründeten Anschuldigungen machen. Doch das scheint wenig von Belang für all diejenigen zu sein, die schon immer mit sich selbst unzufrieden waren und nun nach schwächeren Sündenböcken für das eigene verpfuschte Leben suchen.

Nur sehr selektiv interessiert sich der kleingeistige deutsche Wutbürger für die Verwendung seiner Steuergelder. Häufig fürchten sogar insbesondere diejenigen Steuerzahler eine Veruntreuung ihrer Abgaben, deren Steuerleistung aufgrund eines dauerhaften Arbeitslosengeld-II-Bezuges kaum der Rede wert ist.

Vieles geschieht mit Steuergeldern in diesem Land, das kritikwürdig ist, aber kaum je Kritik erfährt. Dies liegt in der tumben Bräsigkeit vieler Bürger begründet, die sich nur dann den Mund zerreißen, wenn ihnen die Medien entsprechende mundgerechte Häppchen vor die Nasen setzen.

Die sozialen Netzwerke schäumen über vor unreflektiertem Unfug. Äußerungen wie „bevor Du Gäste in Dein privates Zuhause einlädst, überlegst du Dir doch auch, ob Du Dir das überhaupt leisten kannst“ oder „die können sich doch alle Handys leisten, was wollen die also hier?“ lassen mir vor Entsetzen und Fremdscham regelmäßig die Nachkenhaare aufrecht stehen.

Deutschland ist seit jeher ein Land, dessen Bevölkerung sich aus verschiedenen Kulturen zusammensetzt, die meist miteinander harmonieren konnten. Wer will denn heute  noch ernsthaft die Nachkommen all derjenigen Gastarbeiter, die in den 1960-er und 70-er Jahren in Deutschland dringend benötigt wurden, verunglimpfen? Das wäre doch absurd, zahlen doch viele von ihnen heute längst mehr Steuern als mancher Deutsche. Auch Muslime tragen mindestens seit jenen Zeiten mit dazu bei, dass unsere Gesellschaft reichhaltiger geworden ist.

Und dennoch muss leider manchmal auch davon berichtet werden, dass gewisse muslimische Mitbürger die Aufklärung, die Freiheit und die hart erkämpften Menschenrechte in Deutschland mit Füßen treten, und dadurch sogar nicht selten schlicht gegen das deutsche Grundgesetz verstoßen. Dies darf natürlich nicht hingenommen werden, ganz im Gegenteil muss unsere freie und demokratische Gesellschaft rigoros seine modernen Werte verteidigen. Das steht immer außer Frage.

Dennoch ist es inakzeptabel, unter verschiedenen Deckmänteln der Ausländerfeindlichkeit zu frönen, zu verallgemeinern, zu pauschalisieren und zu diffamieren.

Unwillkürlich gelangt man in solchen Diskussionen zur Thematik der Religionen. Ich halte alle Religionen für gleichermaßen gefährlich, denn ihr Feind ist die Bildung, ihr Feind ist auch die Kritikfähigkeit. Religionen funktionieren dann am besten, wenn den Gläubigen ihre Mündigkeit vorenthalten werden kann. Religionen sind Machtinstrumente, die sich mit allem, nur nicht dem Jenseits befassen.

Doch zu kritisieren ist in diesem Zusammenhang nicht allein der Islam. Zwei Jahrtausende lang war man beispielsweiser als männlicher Homosexueller, der seine erotische Neigung frei ausleben wollte, ohne Diskriminierungen und eingeschränkte Karrierewege befürchten zu wollen, bestens damit beraten, in einen katholischen Orden einzutreten. Das sogenannte „Zölibat“ war in Wirklichkeit stets ein Deckmantel für ein homoerotisches Leben, das in der Öffentlichkeit zu Unrecht als sittenwidrig galt, als nicht gottgefällig diskriminiert wurde. Es waren die katholischen Mönchsorden schon immer elitäre Geheimbünde, exzentrische Erotikgemeinschaften im Namen eines Gottes, die über schier unmenschliche Reichtümer verfügten. Daran haben auch die Orden, die vorgeblich die Armut predigten, nichts geändert. Religionen sind immer rein weltlicher Natur.

Und doch sind die Religionen nur als Institutionen scharf zu kritisieren. Vorbehalte gegen ihre Anhänger dürfen niemals als Scheinargument für tatsächlichen Menschenhass dienen. Diejenigen nämlich, die andere mit blinder Wut übersäen, hassen in Wahrheit sich selbst für ihre Inkompetenz, ihre Talentlosigkeit, ihren beschränkten Intellekt und ihre allgemeine Hilflosigkeit, im eigenen Leben einen Sinn zu finden.

Eben jene Eigenschaften, Frustration, Depression, Selbsthass, das Empfinden eines unerfüllten Lebens, sind aber oft die Ursachen für ablehnende Reaktionen, die Flüchtlinge in Deutschland erdulden müssen. Wahre Flüchtlingsströme scheinen nämlich derzeit das Land zu überfluten. Und doch droht hierdurch keine Gefahr. Allerdings ist die kritische Frage nach den Ursachen, die ausgerechnet Deutschland zum beliebtesten aller Flüchtlingsziele gemacht haben, durchaus mehr als legitim.

Flüchtlinge nehmen alle denkbaren Strapazen auf sich, um auf unerhörten Umwegen letztlich nach Deutschland gelangen zu können. Warum nur, wenn nicht, weil Deutschland schlicht die falschen Signale setzt, sich mit einer erlogenen Fassade der Welt präsentiert, die im Ausland den Eindruck erweckt, als sei dies ein Land, in dem Milch und Honig fließen.

Die Wahrheit ist: Deutschland ist reich, und doch hat die breite Bevölkerung kein Geld. Die Lebenshaltung ist in vielen Bereichen geradezu unverschämt teuer. Das wird einen Großteil jener Flüchtlinge, die durch vorwiegend wirtschaftliche Interessen beflügelt wurden, sehr rasch enttäuschen, ja vermutlich geradezu bestürzen. Insbesondere solche Gäste müssen wir daher besonders freundlich und hilfsbereit empfangen. Denn sie sind keine potentiellen Täter, sondern vielmehr Opfer deutscher Großkotzigkeit. Selbstverliebtes Auftreten nach außen, internationale Machtdemonstrationen und skrupellose Vertuschung der eigenen stetig zunehmenden sozialen Verelendung werden nicht dauerhaft über die wahren Zustände im Land hinweg täuschen können.

Sklavenarbeit war hier bis Anfang 2015 noch völlig legal. Erst danach wurde der sogenannte Mindestlohn eingeführt. Noch heute müssen Praktikanten häufig hinnehmen, schwere Arbeit ganz ohne finanzielle Vergütung zu verrichten.

Flüchtlinge dürfen in Deutschland maximal mit Einkünften in Höhe des Regelsatzes nach ALG II rechnen. Dieser beträgt derzeit 399 Euro und soll zum 01.01.2016 auf 404 Euro erhöht werden. Insbesondere Alleinstehende erwarten trotz dieses geringen Aufschlages auch weiterhin starke Einbußen in der Lebensqualität, mit denen sie gerade in Deutschland sicher nicht gerechnet hätten.

Zwar werden vom Staat auch die Kosten für eine Unterkunft übernommen. Aber der ALG II Regelsatz erlaubt es Alleinlebenden nur schwerlich, einen Monat gut zu überstehen.

Ein gutes und frisches Brot kostet in Deutschland zwischen 6,20 € und mehr als 10 €. Hiervon benötigt eine einzelne Person, die sich gesund ernähren möchte, zwei Leiber pro Woche. Gehen wir vom genannten Höchstpreis aus, verschlingt der monatliche Bedarf allein an Brot um die 80 Euro. Ein passender Belag ist darin jedoch noch nicht enthalten. Käse, beispielsweise ein „Gouda jung am Stück“, kostet ab 5, ein Rinderhüftsteak (375 g) sogar mindestens 6 Euro. Ein namhafter Dresdner Christmas Stollen schlägt mit um die 30 Euro ins Leder. Für ein Kabeljau-Filet sind luxuriöse 17 Euro zu berappen. Eine Biosalami kann in Deutschland schon einmal 35 Euro wert sein. Ein Postpaid-Handyvertrag kostet einschließlich notwendiger Flatrates mindestens 30 Euro monatlich, ein Festnetz-Internetzugang noch einmal dasselbe.

Auch der Besuch einer deutschen Apotheke kann einen unkundigen neuen Staatsbürger in Angst und Schrecken versetzen. Stolze 10 Euro blättert man für ein kombiniertes Arzeimittel gegen grippale Infekte hin. Nicht deutlich günstiger ist eine Standard-Packung des Schmerzmittels Ibuprofen 400. Wer gar ein Antibiotikum benötigt, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Im Land des überbordenden Kapitalismus ist das Leben für die Mehrheit der Bevölkerung kein Zuckerschlecken mehr. Ein „Billigflug“ von Berlin nach Saarbrücken kostet einfach um die 350 Euro. Für denselben Preis gelangt man von Berlin nach Sibirien und gleich auch noch einmal zurück. Der Extremkapitalismus hebelt sich in Deutschland zunehmend selbst vom Sockel.

Während die deutsche Kanzlerin monatlich brutto fast 16000 Euro einstreicht (und sich offenbar trotzdem keinen Rhetoriklehrer leisten kann), verdient ein Friseur netto 800 bis 1000 Euro bei Vollzeitanstellung. Das Einstiegsgehalt einer Bäckereifachverkäuferin beträgt in etwa dasselbe. Ihr Ausbildungsgehalt beläuft sich allerdings im ersten Ausbildungsjahr auf nur etwa 600 Euro (ich fürchte brutto). Der Mauerer erreicht dagegen immerhin ein Einstiegsgehalt von etwa 1200 Euro netto, muss dafür aber im ersten Ausbildungsjahr hungern, und zwar mit etwa 700 Euro monatlich.

Ein Assistenzarzt im ersten Jahr verdient in einem Krankenhaus an die 3000 Euro netto. Ein deutscher Jurist gehört ebenfalls zu den wenigen Gewinnern des modernen Superkapitalismus. Ein Bruttogehalt als Rechtsberater eines Unternehmens kann schon einmal bei 7000 Euro brutto angesiedelt sein.

Deutschland ist eine Zweiklassengesellschaft, in der die Armen nichts zu lachen haben. Und zu denen werden sich auch die neuen Bürger hinzugesellen müssen.

Die schrecklichen Gewaltorgien durch muslimische Radikalisten, die die Welt seit Oktober 2015 erneut in Atem halten (23. 10. Anschlag auf eine Moschee in Nigeria mit 28 Toten, 31.10 Bombenexplosion in einem russischen Passagierflugzeug mit 224 Toten, 13.11. Angriffe im Zentrum der französischen Hauptstadt Paris mit 130 Toten, 20.11. Geiselnahme in Malis Hauptstadt Bamako mit 22 Toten) werden nun, wen wundert es, zunehmend instrumentalisiert, um zusätzliche Stimmung gegen Flüchtlinge zu entfachen.

Doch diese Hilfe-Suchenden verdienen nicht nur deswegen das gesamte Repertoire unserer Gastfreundschaft, weil wir schlicht ein freundliches Land sein wollen. Wir haben als westlicher Bündnispartner sogar die Pflicht, mit unserer Hilfsbereitschaft für diejenigen Schäden aufzukommen, die die Westmächte, allen voran die USA,  im nahen Osten vorsätzlich verursacht haben.

Wer westliche Interventionen in arabischen Ländern, insbesondere dem Irak, neutral, aber konsequent beurteilen möchte, kann beispielsweise nicht umhin, eindeutige Angriffskriege durch die USA gegen den Irak einzuräumen. Der Hass, der sich daraufhin in Teilen der geschädigten Regionen ausgebildet hat, sollte daher nicht allzu sehr verwundern.

Nun ist es zwar leicht gesagt, dass der islamische Terrorismus in Teilen eine Schöpfung des Westens ist, andererseits muss dennoch die Frage erlaubt sein, wie gegen diese immer weiter um sich greifende Gewaltbereitschaft aus Gruppierungen des Nahen Ostens vorgegangen werden sollte. Kriege alleine können meiner Ansicht nach den Terror nicht besiegen. Die Unterstützung der Terrorgruppen in den dortigen Bevölkerungen ist schlicht zu groß. Neue Extremisten-Verbände würden schnell aus dem Boden spießen, da die Ursachen für die tief sitzenden Missstimmungen nicht durch immer weitere Gewaltakte seitens westlicher Großmächte ausgeräumt werden können.

Die USA und ihre Bündnispartner müssen endlich damit aufhören, nach antikem Vorbild weltweite Expansionen anzustreben.

Drastischere Worte hierzu fand der emeritierte Professor für Linguistik und Intellektuelle Noam Chomsky, der in einem Fernsehinterview nicht im IS die international bedeutsamste Terrororganisation sieht, sondern stattdessen vor allem Die USA beschuldigt, die Welt unentwegt mit globalen Terrorakten zu traktieren (Interview euronews: https://www.youtube.com/watch?v=Jm3fiiBMZ9w).

 

 

Distanz zu Schlagenden Burschenschaften – Distance to German Dueling FranternitiesSaarbrücker Zeitung,

Stefan F. Wirth möchte seine ausdrückliche Distanz zu schlagenden Burschenschaften zum Ausdruck bringen. Er ist der Ansicht, dass sie zumeist längst nicht mehr den demokratischen und modernen sozio-ethischen Idealen nahestehen, die sie im Zeitraum der historisch zugrunde liegenden Urburschenschaft, nämlich im Jahre 1815, vertraten.

Moderne schlagende Verbindungen pflegen häufig antisemitisches, homophobes, ausländerfeindliches sowie europafeindliches Gedankengut. Dies entnimmt S. Wirth seiner Literatur- und Presserecherche über öffentliche, rechtsradikale Äußerungen verschiedener Burschaften, aber auch seinen lebenslangen Erfahrungen mit Burschenschaftlern im entfernteren privaten Umfeld.

Gemäß den Schilderungen der Frankfurter Rundschau und der Saarbrücker Zeitung aus dem Jahre 2011 hat zum Beispiel die schlagende Verbindung „Ghibellinia zu Prag “ in Saarbrücken in einem internen „Protokoll des Generalkonvents“ den Drang nach folgenden Aktivitäten geäußert: Man wünsche sich eine „Aktivenfahrt nach Namibia zur Negerjagd“ sowie „zwei wöchentliche Pogrome“. Nachträgliche Entschuldigungsversuche durch die genannte Burschenschaft erscheinen dem Artikel der Saarbrücker Zeitung zufolge als schwer glaubwürdig.

Stefan F. Wirth ist es daher äußerst wichtig, seine große Distanz zu  Mitgliedern dieser Saarbrücker Burschenschaft, der entfernte Verwandte angehören, zu betonen. Insbesondere mit den Aktivitäten und dem aus seiner Sicht fragwürdigen Gedankengut des C. W. hat S. Wirth nichts zu schaffen. C. W., der gemäß dem Artikel „Reaktionen auf unser Flugblatt ‚In mörderischer Tradition‘ “ vom 1. Juni 2011 (auf der Webseite der Antifa Saar – Projekt AK publiziert) „mit hochrotem Kopf“ auf Flugblätter verteilende Antifaschisten zustürmte, versuchte, ihnen ihre Flugblätter zu entreißen, dann sogar „einige Personen“ „schubste“ und sie hernach anschrie, kämpft offenbar für eine Sache, die S. Wirth vollständig fremd ist. Kontakte zu diesem Teil seiner Verwandtschaft lehnt S. Wirth daher ausdrücklich ab.

Das Hamburger Abendblatt verweist 2013 auf generell rechtsextremistische Strömungen innerhalb der Burschenschaften. Demnach ist dem Dachverband der Verbindungen in Deutschland, der „Deutschen Burschenschaft (DB)“, ein Antragschreiben einer Burschenschaft vorgelegt worden, in dem die Forderung laut wird, allgemeingültige Richtlinien zur Überprüfung der Aufnahmekriterien von Studenten in die dem Dachverband unterstellten Verbindungen einzuführen. Die Forderung wird von Kritikern wohl nicht zu Unrecht als „Ariernachweis“ interpretiert. Eine angemesse und wirklich glaubhafte Distanzierung von derlei Bestrebungen rechter Burschenschaften läßt der DB dem Artikel zufolge weiterhin vermissen, auch wenn der Verband, gezwungen durch die mediale Aufmerksamkeit, Mäßigung zugesagt hat.

English:

Stefan F. Wirth would like to point out his distance to German dueling fraternities. He thinks that they are often not close to democratic and socio-ethical ideas any more, which they had in their past, nearly 200 years ago, when the „Urburschenschaft“ (Original student fraternity) was founded.

Modern German dueling fraternities seem mostly to be close to anti-Semitic, homophobic, xenophobic and anti-European ideas. Wirth characterizes these fraternities that way due to his literature-research and due to lifelong experiences with members of German dueling fraternities in more distant private surroundings. Wirth especially criticizes public expressions of radical-right ideas of some dueling fraternities.

Such fraternities cultivate from Wirth’s point of view anti-constitutional and inhuman ideas, which Wirth denies stoutly.

Wirth does not want to exclude the possibility that some few dueling German fraternities behave different than described in the first sections of this article.

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