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Kategorie: Fälschung

Ein russischer Stipendien-Zwischenbericht und die Unwahrheit darin

Wissenschaftliche Gelder sind rar geworden, insbesondere werden Ansätze in der zoologischen Grundlagenforschung besonders deutschlandweit, aber auch international, nicht mehr gefördert. Adäquat bezahlte Stellen sind so selten, dass Ellbogenmentalität anstatt dem Prinzip der „guten wissenschaftlichen Praxis“ auf dem Vormarsch ist. Moral zählt nicht mehr viel. Geistiger und wissenschaftlicher Diebstahl in Form der Selbst-Profilierung mit fremder wissenschaftlicher Leistung ist kein Problem mehr. Die Hauptsache der Rubel rollt.

Der russische Zoologe und Milbenforscher Alexander Khaustov, wohnhaft in der westsibirischen Stadt Tjumen, hat daher auch keine Skrupel, in einem Zwischenbericht seines Stipediums, das durch die RSF Russische Wissenschaftsstiftung vergeben wurde, meine wissenschaftliche Leistung als seine oder die irgendwelcher unbenannter Kollegen auszugeben.

So wird in dem Dokument, veröffentlicht auf http://rscf.ru/prjcard_int?16-14-10109 behauptet, russische Forscher, eventuell auch Khaustov selbst, hätten Laboruntersuchungen zur biologischen Erforschung der Milbenart Bonomoia sibirica angestellt. Die von mir beschriebene, gezüchtete und biologisch untersuchte Art ist von Interesse, da sie an Borkenkäfer gebunden ist, die als Forstschädlinge in Erscheinung treten.

In Wahrheit jedoch hat niemand anderes als meine Person jemals Untersuchungen an dieser Milbe angestellt. Die in der Veröffentlichung genannten Informationen sind Zusammenfassungen meines Papers mit dem Titel „Description of developmental instars of Bonomoia sibirica n. sp. (Astigmata: Histiostomatidae) with ecological observations and phylogenetic conclusions. Acarina, 2016.“

Mein Name wird jedoch als Quelle nicht benannt, stattdessen werde ich lediglich als Artbeschreiber erwähnt. In der zoologischen Nomenklatur ist ein vollständiger Artname nämlich mit Beschreiber und Beschreibungsjahr aufzuführen. Der korrekte und vollständige Name der sibirischen Milbe lautet daher Bonomoia sibirica Wirth, 2016. Darüber hinaus wird offenkundig mit Vorsatz verschwiegen, dass ich der Urheber der biologischen Erkenntnisse bin, die der Zwischenbericht zusammenfasst. Hierdurch agiert Herr Alexander Khaustov aus meiner Sicht gegen das wissenschaftliche Prinzip, das in Deutschland als „gute wissenschaftliche Praxis“ bezeichnet wird. An dem Stipendium bin ich zudem finanziell nicht beteiligt worden.

 

Artikel: Stefan F. Wirth, September 2017

 

 

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Google und die Knowledge Panel-Karte

Es soll ein praktisches kleines Helferlein sein, die „Knowledge Panel-Karte“, jene Informationsbox, die oben rechts neben den Google-Suchergebnissen erscheint. Praktisch insofern, als hier die passende Wikipedia-Seite knapp zusammengefasst wird. Handelt es sich um eine Personensuche und existiert zu dieser Person eine Wikipedia-Seite, wird auch ein Foto dieser Person gezeigt. Meist eine zuverlässige Hilfe, die gleich auch den Link zur Wikipedia-Seite enthält.

Offenbar ist die Panel-Karte jedoch auch sehr anfällig für Fehler, insbesondere, wenn es um die Karte zu meiner Person geht. Dort werden entweder Fotos fremder Personen angezeigt oder sonstige Unwahrheiten hinzugefügt. Man kann das via Klick reklamieren, doch darauf reagiert Google eher nicht oder Monate später.

Derzeit sieht die Karte wie folgt aus:

google panel

Ich habe niemals in meinem leben Bücher über Heizungs- und Trinkwasseranlagen verfasst. Unter „auch oft gesucht“ müssten andere Biologen auftauchen, die stattdessen aufgeführten Personen haben mit mir und meiner Arbeit nichts zu tun. Ich bin gespannt, wie lange diese Fehlinfo noch auffindbar bleibt. Ich werde mich bei Fortbestehen dieser Darstellung beraten lassen, wie ich mich effizient juristisch zur Wehr setzen kann.