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Kategorie: Geschlechtsidentitäten

Male and female of Histiostoma sachsi and unsuccessful mating with a „stranger“

Mites of the Acariformes vary in very different forms and life-strategies. One taxon of very tiny and soft-skinned mites is named Astigmata. Within them the familiy Histiostomatidae is especially rich of species, most of them surely not yet described or discovered.

 

Modyfied mouthparts and a specific mode of dispersal

 

These mites feed on microorganisms using a complex mouthpart-apparatus with multifunctional abilities. They can be found in habitats, which dry out quickly. When it’s getting too dry, a specific instar of the mites takes a ride on insects or other bigger arthropods for dispersal to a new and fresh habitat ( strategy called Phoresy).

Histiostoma sachsi is one of numerous (often closely related) long haired (in females) species. It was originally in 1957 described from cattle-dung. I found it in compost.

 

Long upper-setation in females and tactile camouflage (mimesis)

 

Adult females are characterized by a long setation on their uppersides. They use them to hold parts of the old nymphal cuticle and soil particles on their backs. This seems to be due to a strategy named mimesis or camouflage. It’s a tactile camouflage as an optical sense in this kind of microhabitats plays almost no role.

 

Normal and unusual copulation position, trial of an interspecific copulation

 

Males mate their females via a dorsal copulation opening and thus need to ride on them. In H. sachsi, that copulation opening is located very close to the hind-edge of the body. That way it is even despite of the camouflage cover accessible. It seems even slightly being elevated out of the body surface in order to surmount adjacent soil particles. This is an adaptation of this particular species. It might share such morphological characters only with very closely related (not yet described) species In other members of genus Histiostoma, the copulation opening is usually more centered related to the hind body.

The copulation position requires that males insert their aedeagus („penis“) into the copulation opening. They additionally use their legs to grasp into the females body. That kind of leg arrangement and thus the whole copulation position can differ from species to species.

This is why copulations between members of different species already fail, because the right copulation setting does not fit, nor does the shape of the aedeagous. Nevertheless the phenomenon of unsuccessful trials for interspecific copulations can sometimes be observed in laboratory cultures. Such a trial is also visible in this video, where a male of Histiostoma feroniarum (also appears in my compost samples regularly) tries to mate a female of H. sachsi. It cannot even almost get in a proper copulation position and seems to hold on to the dorsal camouflage cover of the female. it could only remain in a transverse position related to the female body and thus not get access to the copulation opening, normal would be a longitudinal position with the sameame orientation of female and male.

Adult mites of the family Histiostomatidae (Astigmata) and a „false“ copulation. Copyrights Stefan F. Wirth, Berlin December 2018. Please like my video also at Youtube, in case you like it.

 

Chemical communication and chemo-sensitive leg setation

 

Mites of the Astigmata communicate and find their general orientation due to chemo-sensitive setae, mostly on legs I and II, which are named solenidia. They are even on the magnification level of my footage well visible on the male’s legs. Although a direct body contact is not necessary for a innerspecific communication by chemically interpreting scents produced from mite glands, the observed male in my video repeatedly was seeking for intense body-contacts and obviously „observed“ his conspecific while doing so with its first two legs. This might have intensified the perception of pheromones.

It showed this behavior also, when passing by the „false copulation-pair“ described above. It additionally seemed to invest power in its leg movements as if it would try to remove the „competitor“ on the female, in this case even belonging to another species.

 

Competitive fights between males

 

That mites of the Histiostomatidae can use their strongly sclerotized first legs to fight under each other for an access to a female is known to me from my older observations about the species Histiostoma palustre and Histiostoma feroniarum.

 

Origin of the compost samples

 

The compost samples were collected in SW-Germany (Saarland in October 2018). The footage was recorded in December 2018 in Berlin.

 

Berlin December 2018, copyrights Stefan F. Wirth

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Tod den Naturwissenschaften – Es lebe „Inter“? Warum das individuelle Geschlechtsempfinden zwar staatlichen Schutz verdient, jedoch nicht zum biologischen Fakt erhoben werden darf

Im letzten Jahr bereits beschließt das Bundesverfassungsgericht, dass es in Deutschland als Diskriminierung anzusehen sei, wenn von Bürgern verlangt werde, sich in offiziellen Dokumenten entweder dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuzuordnen. Konsequenter Weise entschied der Bundestag nun, dass etwa im Zusammenhang mit Wahlunterlagen neben der Einordnung in männlich oder weiblich als dritte Möglichkeit „divers“ eingeräumt werden solle.

 

Geburten ohne eindeutige Geschlechterzugehörigkeit

 

Klingt absurd, ist aber nicht aus der Luft gegriffen, denn in der Tat ist es biologischer Fakt, dass statistisch bei etwa einer von tausend Geburten beide Geschlechtsmerkmale gleichzeitig ausgebildet sind. Aufgrund dieser äußerlich klar nachweisbaren Merkmalszusammensetzung ist der betroffene Mensch weder ein Mann noch eine Frau. Das bereits seit der Antike gut bekannte Phänomen wird umgangssprachlich daher auch etwa als „Zwitter“ oder „Hermaphrodit“ bezeichnet. Aus naturwissenschaftlicher Sicht sind jedoch beide Begriffe unzutreffend. Hermaphroditismus ist in der Pflanzen- und Tierwelt nämlich ein durchaus häufig auftretendes Phänomen. Per Definitionem wird aber vorausgesetzt, dass betroffene Individuen reproduktionsfähig sind. Dies ist bei Menschen, die mit beiderlei Geschlechtsanlagen auf die Welt kommen, hingegen nicht der Fall.

Ein echter Hermaphrodit: der Regenwurm. Copyrights Stefan F. Wirth

 

Es war bislang übliches Procedere, dass Menschen mit beiden Geschlechtsanlagen im selben Körper noch im Kleinkindalter einer sogenannten geschlechtsangleichenden Operation unterzogen wurden. Dabei wird das in Folge äußerlich auszumachende Geschlecht häufig nach rein pragmatischen Überlegungen ausgewählt, nämlich gemäß der leichteren medizinischen Praktikabilität in Bezug auf den Prozess des operativen Eingriffs. Damit geschieht den Betroffenen möglicherweise Unrecht. Dass überhaupt die Entscheidung getroffen wird, Menschen ohne eindeutige Geschlechtsanlagen auf eine männliche oder weibliche Erscheinung umzuformen, wird mit psychologischen Argumenten begründet. So könne sich ein betroffenes Kind leichter in eine Welt einleben, die durch zwei klar unterscheidbare Geschlechter dominiert werde. Obwohl mir dieser Ansatz sehr plausibel erscheint, liegt eindeutig eine Diskriminierung derjenigen vor, deren Eltern sich entweder gegen die frühzeitige geschlechtsangleichende Operation entschieden haben oder die nach Erreichen der gesetzlichen Mündigkeit die Entscheidung treffen, diese wieder rückgängig machen zu lassen.

Der Entschluss des Deutschen Bundestages ist daher richtig, wird allerdings einem Phänomen gerecht, das nur selten auftritt.

 

Einfluss sozialer und psychischer Faktoren auf die Geschlechterbestimmung?

 

Erwartungsgemäß wird die Thematik jedoch politisch instrumentalisiert. Etwa vom Lesben- und Schwulenverband LSVD, dessen Vorstand, Henny Engels, zu dem Schluss kommt „, dass sich das Geschlecht nicht allein nach körperlichen Merkmalen bestimmen lässt, sondern von sozialen und psychischen Faktoren mitbestimmt wird“. Dies ist faktisch falsch und mit den Kenntnissen der modernen Naturwissenschaften nicht in Übereinstimmung zu bringen. Zwar ist es Fakt, dass es vergleichsweise häufig vorkommt, dass Menschen an sich selbst subjektiv ein anderes als ihr biologisches Geschlecht wahrnehmen, dies hat jedoch keinen Einfluss auf das faktische biologische Geschlecht. Eine biologische Frau etwa, die sich jedoch männlich oder „inter“ fühlt, bleibt faktisch zumindest dann ganz eindeutig Frau, wenn sie weiterhin empfängnis- und gebärfähig ist. Führt diese Person beispielsweise eine geschlechtsangleichende Operation zum Mann durch, handelt es sich de facto um eine Frau, die infolge eines medizinischen Eingriffs juristisch zu einem Mann geworden ist. Das Geschlecht kann aus biologischer Sicht nicht gewechselt werden. Es handelt sich lediglich um eine körperliche Angleichung, die der psychischen Wahrnehmung der betroffenen Person gerechter wird. Dass es diese Möglichkeiten gibt, ist richtig. Dass Betroffene durch Gleichstellungs- und Antidiskriminierungsgesetze geschützt werden müssen, erst recht.

menschengemischt

Verschwimmen die Geschlechtergrenzen? Copyrights Stefan F. Wirth

 

Auch ist zu strikter Biologismus zu kritisieren, zum Beispiel dann, wenn es um die Frage geht, ob es sich bei einem Menschen, der mit der körperlichen Ausstattung einer Frau geboren wurde und sich auch weiblich fühlt, jedoch aus welchen Gründen auch immer unfruchtbar ist, um eine biologisch „vollwertige“ Frau handelt. Wäre der Ansatz aus wissenschaftlicher Sicht eventuell zwar vertretbar, würde er der Lebensrealität moderner Gesellschaften allerdings nicht einmal im Ansatz gerecht werden. Allzu schnell gelangte man zu Denkweisen, die nur als unmenschlich bezeichnet werden können  und beispielsweise integraler Bestandteil des menschenverachtenden Systems des Nationalsozialismus gewesen sind.

Es ist daher allgemein grundsätzlich richtig, nicht nur im Alltag, sondern auch per Gesetz der individuellen Selbstwahrnehmung und Selbstbestimmung ein Stück weit Rechnung zu tragen. Es ist dabei allerdings äußerste Vorsicht geboten. Grenzen müssen eingehalten werden. Ließe sich die Zugehörigkeit zu einem Geschlecht künftig durch ein Individuum willkürlich festlegen, käme das dem Niedergang der Naturwissenschaften und somit dem inzwischen Jahrhunderte alten Geist der Aufklärung gleich.

 

Zukunft der Naturwissenschaften

 

Was sollte denn dann der Biologie-Lehrer seinen Schülern, was der Biologie-Professor seinen Studenten vermitteln? Dass die Geschlechterdeterminierung im Tierreich allgemein Folge naturwissenschaftlicher Gesetzmäßigkeiten sei, es sich beim Menschen jedoch um eine Glaubensangelegenheit handele? So weit dürfen wir nicht kommen! Daher ist es aus meiner Sicht bereits ein falscher Weg, dass die geplanten Reformen der großen Koalition vorsehen, dass in bestimmten Ausnahmefällen kein ärztliches Attest, sondern eine eidesstattliche Versicherung des Betroffenen ausreichen solle.

 

Das naturwissenschaftliche Verständnis der AfD

 

Das Thema erhitzt die Gemüter. Und so fühlen sich nicht nur eher linke Verbände zu kritischen Äußerungen genötigt. Auch das rechte Lager wittert umgehend ein Podium, um politisch konservatives Gedankengut zu verteidigen. So äußert die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD: „Die Geschlechtszugehörigkeit ist seit Bestehen der Menschheit ein objektives Faktum – so wie Alter und Körpergröße auch.“ Ein objektives Faktum ist vielmehr, wie sachlich unzutreffend diese Äußerung ist. Die Stellungnahme der Frau von Storch verwundert allerdings auch nicht weiter, hat sie doch bereits an anderen Stellen ihr fragwürdiges naturwissenschaftliches Verständnis vorgeführt, etwa, als sie in einem Interview forderte, es müsse erst einmal bewiesen werden, dass der Mensch Einfluss auf die zunehmende Klimaerwärmung ausübe.

Copyrights Stefan F. Wirth, Berlin Dezember 2018

 

 

Ich unterstütze das Adoptionsrecht für alle

Es geschieht häufig genug, dass Frauen unerwünscht schwanger werden, oft in einem so jungen Alter, dass weder Außenstehende noch sie selbst sich eine Mutterrolle vorstellen können. Um einem solchen Kind dennoch eine Zukunft zu ermöglichen, kann die Freigabe zur Adoption eine Lösung sein. Wird das Kind direkt nach der Geburt Adoptiveltern zugeführt, erlebt es möglicherweise trotz eines widrigen Starts ins Leben eine glückliche und behütete Kindheit.

Doch das Adoptionsrecht in Deutschland ist kompliziert. Nicht jedes interessierte Paar erfüllt die Bedingungen, um ein Kind adoptieren zu dürfen. Die Jugendämter willigen häufig nicht in die Vermittlung an Ersatzeltern ein. Stattdessen gibt es wenig Skrupel, das elternlose Kind in ein Kinderheim zu überstellen. Dort herrschen Schichtdienst und Massenabfertigung. Es fehlt eine dauerhafte Bezugsperson, betroffene Heranwachsende flüchten sich in der Folge nicht selten in die Drogenabhängigkeit oder gar die Welt der Kriminalität.

Ich bin daher der Ansicht, dass Adoptionsgesetze zu lockern sind. Grundsätzlich sollten alleinstehende Männer oder Frauen ebenso adoptionsberechtigt sein wie gleichgeschlechtliche Paare. Ein liebevoller Adoptivvater, eine liebevolle Adoptivmutter und liebevolle schwule oder lesbische Paare können für ein Kind, das sonst im Heim landet, nur die bessere Option sein.  Jede Form der verantwortungsbewussten Elternschaft ist besser als ein Kinderheim oder gar wechselnde Pflegefamilien.

Und dennoch regt sich auch von wissenschaftlicher Seite her Widerstand, insbesondere gegen die Möglichkeit einer Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare. Vertreten wird zum Beispiel die These aus biologischer Sicht, dass Kinder insbesondere unter schwulen Adoptiveltern zu leiden hätten. Aufgrund des fehlenden Mutterinstinktes neigten Männer zu mangelnder Geduld und Gewaltbereitschaft. Es wurde sogar geäußert, die Neigung zu pädophilen Annäherungen an die eigenen Adoptivsöhne stelle eine nicht selten zu erwartende und für das Kindeswohl bedrohliche Gefahr dar.

Eine mir vorliegende grundlegende wissenschaftliche Publikation, die obige Thesen in der Tat untermauert, erscheint mir jedoch auf sehr wackeligem Fundament gebaut. Eine weitere ist mir nicht bekannt. Es handelt sich bei dem Fachartikel um eine reine Literaturrecherche, die in ihrem Diskussions-Teil selbst darauf hinweist, dass die Methoden der zugrunde liegenden Einzelarbeiten mitunter dubios sind. Das Paper eignet sich somit aus meiner Sicht nicht als Referenz für Behauptungen, die schwule Paare in den Generalverdacht der pädophilen Neigung stellen. Vielmehr ist die Publikation dazu prädestiniert, Homophobie zu schüren. Denn in der Tat ist die Unterstellung der pädophilen Neigung schwuler Männer nicht neu. Die rechtsextreme und kriminelle russische Gruppierung „Occupy Pedophilia“ lockt beispielsweise junge Homosexuelle mit Hilfe gefälschter Profile in einschlägigen Online-Netzwerken in die Falle, um sie dort zu erniedrigen und zu quälen. Ziel soll eine Umerziehung hin zur Hetero-„Normativität“ sein, da Homosexualität und Pädophilie dieselbe Personengruppe betreffe. So etwas möchte doch in Deutschland hoffentlich niemand haben!

Ich warne daher davor, unbegründete Hypothesen zu verbreiten, die Gewalt und Abneigung gegen Andersartigkeit fördern können. Tatsächlich ist mir keine einzige seriöse wissenschaftliche Arbeit bekannt, aus der sich ableiten ließe, dass Homo-Männer ihren eigenen Adoptivsöhnen erotisch nicht widerstehen könnten. Ich gehe zudem davon aus, dass Männer sehr wohl dazu befähigt sind, einen Schutzinstinkt gegenüber ihren Kindern aufzubauen. Erfolgreich allein erziehende Väter belegen dies aus meiner Sicht.

Es ist meiner Ansicht nach völlig inakzeptabel, unvorsichtige und nicht hinreichend begründbare Thesen zu formulieren, die Homo-Männer der Gefahr ausliefern, noch mehr diskriminiert zu werden als ohnehin schon.

Copyrights Stefan F. Wirth, Berlin/ Saarland November 2017

Bundesfamilienministerin Schwesig mischt sich in Lohfink-Fall ein

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) mischt sich in den Fall des Models und It-Girls Gina-Lisa Lohfink ein. Das Model hatte vor einem Richter angegeben, vor laufender Kamera vergewaltigt worden zu sein. Das Gericht jedoch schenkte seinen Anschuldigungen keinen Glauben, sondern verurteilte die Klägerin wegen Falschaussage zu einer Geldstrafe von 24000 Euro.

Das Video, das bis vor wenigen Tagen im Internet zugänglich war, zeigt eine Sex-Szenerie, in der Lohfink als Beteiligte mehrfach ein „Hör auf“ äußerte. Schwesig erklärte hierzu, ein „Hör auf“ sei deutlich. Und: „Wir brauchen die Verschärfung des Sexualstrafrechts, damit endlich in Deutschland die sexuelle Selbstbestimmung voraussetzungslos geschützt wird“. Lohfink hat Einspruch gegen das Urteil eingereicht, das dazu gehörige Verfahren läuft derzeit. Daher nimmt die Bundesfamilienministerin auf unzulässige Weise Einfluss auf ein laufendes Verfahren.

Das It-Girl, das durch Fernseh-Formate wie „Germany’s next Topmodel“ bekannt geworden ist, vermarktet deutlich sichtbar seine weiblichen Reize. Böse Zungen könnten somit sagen, die Frau habe sich freiwillig in eine stark sexualisierte Welt begeben, in der sie mögliche sexuelle Übergriffe entweder bewusst provoziert oder diese Übergriffe sogar initiiert, um sich durch die anschließende Klage wirtschaftlich zu bereichern. Doch solche Unterstellungen muss ich als boshaft zynisch verwerfen. Sexuelle Gewalt ist ein schwerwiegendes Verbrechen, das auch Frauen, die sich erotisch freizügig präsentieren, nicht hinnehmen müssen. Es befasst sich also völlig zurecht ein Gericht mit der eingereichten Revision des möglichen Opfers.

Und doch möchte ich das unverschämte Einschreiten der Bundesfamilienministerin zum Anlass nehmen, um erneut einen unverhältnismäßigen „Feminismus“ mit stark Sekten-artigen Zügen anzuprangern. Wir leben in Zeiten, in denen eine aus biologischen Gründen unmögliche vollständige Gleichstellung von Mann und Frau mit allen erdenklichen unzulässigen Vorgehensweisen erzwungen werden soll. Obwohl eine gesetzliche Gleichstellung der Geschlechter sicherlich als eine der wichtigsten Errungenschaften moderner Gesellschaften hervorzuheben ist, weist die Art Mensch biologisch einen starken Geschlechtsdimorphismus auf, der auch mit Gewalt nicht abzuändern ist. Diesbezügliche Bestrebungen führen vielmehr zu nichts anderem als einer starken Benachteiligung des Mannes, sie führen also zu Unrecht und Diskriminierung.

Die Weibchen des Homo sapiens unterscheiden sich hinsichtlich ihrer äußeren Morphologie, hinsichtlich ihrer Anatomie, hinsichtlich ihrer Neurobiologie, ihrer Genetik und ihres Hormonhaushalts signifikant von den Männchen. Dies heißt zwar keineswegs, dass Frauen grundsätzlich nicht imstande seien, sich in traditionellen gesellschaftlichen und beruflichen Männer-Domänen hervorragend zu behaupten. Ich wehre mich aber entschieden dagegen, dass Frauen auf Kosten fleißiger und talentierter männlicher Kollegen mit brachialer Gewalt in berufliche Positionen manövriert werden sollen, die sie aus eigener Kraft niemals erreicht hätten.

Es ist Unrecht und moralisch stark verwerflich, wenn es jeder Frau per Gesetz unverhältnismäßig leicht gemacht wird, durch eine bloße Behauptung das Leben männlicher Artgenossen zerstören zu können, um so unerwünschte Konkurrenz in Form männlicher Mitbürger auszuschalten. Der Vorwurf der Vergewaltigung hat sich in jüngerer Zeit hierfür als recht probates Mittel erwiesen. Selbst wenn Gerichte in der Folge derlei Unterstellungen als unwahr aburteilen, bleiben die Folgen für die zu Unrecht der sexuellen Gewalt bezichtigten Männer in Form von Karriere-Einbruch oder sogar Karriere-Verlust bestehen. Solche Fälle im Prominenten-Milieu sind zuhauf bekannt. Es sei hier nur kurz auf die Schicksale des Meteorologen und Fernseh-Moderators Jörg Kachelmann, des Fernseh-Moderators und Journalisten Andreas Türck oder des Komikers und Musikers Karl Dall verwiesen.

Welche Gesetzes-Verschärfungen schweben der Bundesfamilienministerin denn vor? Soll in Zukunft ein einfacher weiblicher Fingerzeig ausreichen, im Sinne von „der da hat mich vergewaltigt“, und schon verschwinden die Beschuldigten ohne Gerichtsverfahren lebenslang hinter Gittern? Die Klägerinnen hingegen würden sich so problemlos durch unwahre Anschuldigungen finanziell bereichern und gleichzeitig die  Positionen der gewaltsam entwurzelten Männer besetzen. Ist es das, was sich die Ministerin wünscht?

Der aus historischen Gründen vernünftige Feminismus ist längst zu einem Machtapparat geworden, der vorsätzliches Unrecht begeht. Grundlage für den derzeit modernen Frauen-Lobbyismus ist das Gender-Mainstreaming, kurz auch Genderismus genannt. Es handelt sich hierbei um eine kreationistische Irrlehre, die die These vertritt, die Geschlechtsidentität beim Menschen sei nicht durch die Biologie, sondern durch andere Umstände festgelegt worden. Welche das sein sollen, bleibt unbeantwortet. Es geht also um eine Glaubenslehre, die Erkenntnisgewinne auf der Basis von Fakten sowie allgemein die seriöse Wissenschaft, insbesondere die Naturwissenschaft, ablehnt und sogar aktiv bekämpft.

Diese kreationistisch motivierte Extrem-Variante des Feminismus nimmt gerade in Deutschland zunehmend bedrohliche Ausmaße an. Frauenförderungen, Frauenquoten und Frauen-Beauftragte bekämpfen längst die Gerechtigkeit im beruflichen Alltag. Beschleunigt durch rücksichtslosen Frauen-Power wird die Karriere mäßig begabter Frauen auf Kosten hochqualifizierter männlicher Kollegen. Im Grunde beweist der Homo sapiens mit solchen Macht-Strukturen, dass er trotz seiner kognitiven Fähigkeiten, die durch einen evolutiv entstandenen stark vergrößerten Neocortex des Gehirns ermöglicht werden, urtümliche Verhaltensmuster, die sich bereits ausprägten, als frühe Hominiden in Afrika evolvierten, nicht ablegen kann. Eine stete Modernisierung von Gesellschaften scheint ihm unmöglich zu sein. Vielmehr fällt der Mensch immer wieder zurück in seine eigene Vergangenheit. Nichts anderes ist Bewegungen wie dem Genderismus, einer modernen Variante des Kreationismus, anzulasten: Sie führen zurück ins Mittelalter, in eine düstere Zeit voller Gewalt, Willkür und Ungerechtigkeiten.

 

 

Unwort „Frauenquote“, stattdessen ist eine vollständige Gleichberechtigung der Geschlechter im Alltags- und Berufsleben angebracht

Als brennender Feminist – schon als Kind habe ich durch ein modernes Umfeld gelernt, dass Geschlechterdiskriminierung eine Angelegenheit unserer Großeltern war – verurteile ich die „Frauenquote“. Ich schlage den Terminus sogar als Unwort des Jahres 2014 vor.

Wahre Emanzipation kann man nicht schlimmer attackieren als mit einer Frauenquote. Beinhaltet doch bereits der Begriff, dass ein bestimmtes Geschlechterverhältnis in irgendwelchen Berufszweigen oder Führungspositionen erzwungen werden soll. Wirklich strebsame Frauen jedoch verdienen Anerkennung für ihre Leistungen und Qualifikationen. Es wäre daher unangemessen und demütigend für sie, eine lukrative Position vorwiegend aus Gründen des Aufbaus einer vorgeschriebenen Geschlechterquote zu ergattern.

Ausdrücklich spreche ich mich hiermit für eine vollkommene Gleichbehandlung von Frau und Mann auf allen denkbaren Ebenen aus. Allerdings fordere ich konsequenterweise, dass Frauen selbstverständlich dieselbe Kompetenz, dieselbe Leidensbereitschaft und dieselbe Ausdauer wie ihre männlichen Kollegen aufbringen, wenn sie im Berufsleben gleiche Erfolgschancen wünschen.

Denn das scheinbare Problem, dass in manchen Berufsfeldern das Geschlechterverhältnis zu Ungunsten der Frauen nicht ausgewogen erscheint, wird aus meiner Sicht häufig fehlinterpretiert. „Mann lässt sie einfach nicht“, heißt es dann sehr schnell. In Wirklichkeit jedoch können viele Frauen die oben genannten Eigenschaften, die für einen seriösen Karriereweg nun einmal notwendig sind, schlichtweg nicht vorweisen, in manchen Fällen womöglich sogar aufgrund einer vorsätzlichen Bequemlichkeit.

Immer wieder wird zum Beispiel in den Naturwissenschaften über Fälle diskutiert, in denen weibliche Bewerber offenbar allein aufgrund ihres Geschlechts für eine Stelle ausgewählt wurden, ohne eine mit den männlichen Kollegen vollwertig vergleichbare Qualifikation zu besitzen. Für jeden fleißigen und engagierten Bewerber männlichen Geschlechts ist es daher ein Schlag ins Gesicht, als Begründung für seine Absage erfahren zu müssen, man habe aus „Gleichstellungsgründen“ eine Frau bevorzugt. Er kann dann nicht anders, als sich ungerecht behandelt, ja diskriminiert zu fühlen.

Die Bevorzugung des einen Geschlechts, aus welchen Gründen auch immer, bedeutet gleichzeitig stets eine Benachteiligung des anderen. Das Vorhandensein biologischer Geschlechtsmerkmale darf daher niemals über Karrieremöglichkeiten entscheiden.

Denn das widerspricht aus meiner Sicht jeder ernst gemeinten Emanzipationsbewegung, die auf echte Gleichberechtigung abzielt. Es ist doch längst nicht mehr zeitgemäß, eine Frauenquote bei der Vergabe von Stellen zu berücksichtigen; ein wirklich moderner Ansatz muss stattdessen dazu führen, alle Bewerber, egal ob homo- oder heterosexuell, transsexuell oder transgender, Jude, Christ oder Atheist, Mann oder Frau, ganz allein aufgrund ihrer inhaltlichen Eignung zu beurteilen. Die Behauptung seitens  eher dubioser Emanzipationskämpferinnen, Frauen seien per se im allgemeinen Berufsleben, jedoch insbesondere auch in höheren Positionen, durch patriarchalische Bestrebungen männlicher Kollegen benachteiligt, wage ich aufgrund meiner bisherigen Lebenserfahrung zu bezweifeln, sogar zu bestreiten.

In Zeiten, in denen eine Frau Bundeskanzler sein kann, stehen der Frauenwelt längst alle Chancen offen. Mehr als das ist aus meiner Sicht nicht produktiv, denn sonst fragt man sich irgendwann zurecht: Wenn durch eine Frauenquote der vorsätzlichen Benachteiligung weiblicher Bewerber vorgebeugt werden soll, welche Quote schützt dann die Vielfalt männlicher Randgruppen, die aufgrund ihrer ethnischen Herkunft oder sexuellen Orientierung häufig wesentlich stärker von Diskriminierung bedroht sind als jede Frau, die keiner speziellen Minderheit angehört?